Kabarettist Hagen Rether

Mai 12, 2011   //   by Jerry   //   Media  //  No Comments

Knallhart, ehrlich, hochintelligent und schamlos. Hagen Rether öffnet den Zuhörern die Augen, die Ohren und vor Staunen den Mund.
Dabei lässt er kein Thema aus: Politik, Kirche, Islam, Gleichberechtigung, Frauenhäuser, Rassismus, …

So ziemlich jeder Missstand dieser modernen Gesellschaft wird angefasst, durchgeschüttelt und ausgekotzt.
Vor allem live ist Hagen Rether ein absolutes Muss gesehen zu haben. Diese Gelegenheit konnte ich selbst am 15.Mai 2010 im Bonner Opernhaus wahrnehmen. Ein dreistündiges Programm, dessen kritischer und intelligenter Inhalt nicht zu überbieten ist. Seit 2002 ist Hagen Rether aktives Mitglied bei dem globalisierungskritischen Netzwerk attac.

Hagen Rether

“Wir DÜRFEN NICHT die Freiheit haben, die Welt zu ruinieren, Millionen Menschen verhungern zu lassen und 21 Hühner pro qm zu halten.”

Knigge, Kant und das Internet

Mai 12, 2011   //   by Jerry   //   Media, Media Ethics  //  3 Comments

“Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde.“

Immanuel Kant war der erste (offizielle) Mensch, der die Diskussion über Moral und ethisch korrektem Handeln von dem christlichen Buch der Bücher loslöste. Er stellt ebenfalls jegliches subjektives Nutz-Denken hinten an und versucht ein allgemeingültiges Moralgesetz zu formulieren.
Die Frage ist allerdings, wie eine umsetzbare Ethik von der vielseitigen Gesellschaft aufgestellt bzw. auch dann umgesetzt werden könnte.

Vielleicht ist Knigge ein Ansatz? Soziale Protokolle, nachzulesen in einem kleinen literarischen Werk. Der Brückenschlag von Kant nach Knigge ist zugegebenermaßen schwer, keineswegs aber abwegig.
Im Gegensatz zu Kant, welcher nur allgemeine Grundsätze aufgestellt hat, werden im Knigge konkrete Verhaltensregeln aufgestellt, wie beispielsweise:

Die Rechnung (im Geschäftsleben)
lassen Sie, wenn möglich, in die Firma schicken, ansonsten machen Sie von ihrer Kreditkarte Gebrauch. In bar am Tisch zu bezahlen, ist verpönt.

E-Mail
Manche Schlussformel im Schriftverkehr wie beispielsweise “Mit freundlichen Grüßen” oder “Hochachtungsvoll” gelten als konservativ. Wenn Sie oder ihre Firma sich nicht zu dieser Kategorie zählen, sollten Sie moderne Grußformeln wählen, wie beispielsweise:
- Für heute grüßt Sie freundlich …
- Herzliche Grüße nach …
Abkürzungen wie “MFG” und “LG” sind tabu. Nehmen Sie sich Zeit, die Grußformeln auszuschreiben.

Inwieweit vor-formulierte Anstandsformeln umgesetzt werden müssen/ sollten ist fraglich. Schließlich sollte die Freiwilligkeit und Individualität in unserer Gesellschaft erhalten bleiben. Dennoch kann das Individuum in einer Gesellschaft nur integriert sein, wenn die Spielregeln von moralischen und juristischen Gesetzen eingehalten werden.

Aber…wie sollte das aussehen? Eine Gesellschaft aus verschiedensten Kulturen, Glaubensrichtungen, Überzeugungen und Sprachen zu einer harmonischen Gemeinschaft kombinieren? Das funktioniert seit Anfang der Menschheit vor 160.000 Jahren nicht. Warum sollte es jetzt mit der Hilfe von ein paar Kabeln und Satelliten funktionieren? Eine Welt, in der die Gesetze in Ländersache sehr vage daherkommen und einen Raum ohne physikalische Grenzen kontrollieren wollen.

Vielleicht liegt der eigene Ansatz hier bei der flächendeckenden Stärkung der Medienkompetenz von (Medien-) Konsumenten. Nur ein Tropfen auf den heißen Stein?

Erziehungswesen: digital und physisch

Mai 12, 2011   //   by Jerry   //   Media, Media Sociology  //  1 Comment

Als ich im Sommer 2009 erstmals an der sehr empfehlenswerten Jahrestagung NMI (Neue Medien der Informationsgesellschaft) in Berlin teilnahm, war ich schon sehr gespannt, was mich alles erwarten würde. Damals referierte Prof. Dr. Jochen Kuhn, Professor an der Filmhochschule Ludwigsburg, über “Kreativdoping durch Medien – Erhellendes Tappen im Dunkeln”. Hierbei erzählte er sehr begeistert von seinen Studenten und wie sehr er es genießt seinen Film-Studenten einfach nur zuzuhören. Dabei ist es allgemein bekannt, dass Professoren lieber aktiv als passiv an einer Konversation teilnehmen. Professor Kuhn schilderte uns Zuhörern exemplarisch ein paar Dialoge seiner Studenten.

“Die Codierungsrate musst du hochschrauben, wegen der Qualität.” “Und außerdem ist progressiv viel besser.” “Die Bit-Tiefe muss stimmen” “Die Tiefen-Unschärfe muss ja auch der Bildhierarchie entsprechen.” usw. usf.

Solche Gespräche unter den Studenten scheint er redlich zu genießen und erfreut sich sichtlich daran, wie die Studenten ihr Studium leben und ausleben. Bei der anschließenden Fragerunde war herauszuhören, dass lediglich die sogenannte “Generation C” so spricht und diese Begrifflichkeiten zum Alltagswortschatz der nach 1980-Geborenen gehören würden. Okay, nicht unbedingt das Fachvokabular der Filmemacher, aber die Basissprache der Neuen-Medien-Nutzer.

Nun sitze ich knapp zwei Jahre nach diesem, anscheinend, eingeprägten Vortrag in einem Offenburger Kaffee, trinke meinen Latte Macchiato und arbeite eine Vorlesung nach. Schräg gegenüber sitzen zwei Damen und ein Herr aus dem Baujahr 1960 – 65 (ergo Generation “Baby Boomer”) und unterhalten sich angeregt. Ab und an schwappen ein paar Wörter durch das Klappern der Tassen und dem Sprachkonzert der Gäste zu mir herüber, die mein Interesse wecken.

“Naja, das ist zu wenig Arbeitsspeicher…” “Außerdem die Grafikkarte!” “Ich brauche die nicht, weil ich ja keine Games spiele, wie WOW (World of Warcraft) und so.” “Neues Profilbild auf Facebook” “Bist du auch bei Wer-kennt-wen?“

Mein erster Gedanke war in etwa “Respekt und Anerkennung!”. Diese drei Menschen scheinen an der neuen Medienwelt interessiert zu sein und klopfen an der digitalen Gesellschaft. Ich vermute einfach mal ins Blaue, dass sie Eltern sind und sich mit/wegen dem Kind mit dieser Welt auseinandersetzen. Es ist eigentlich keine Seltenheit, dass die 40+Generation solche Begriffe verwendet, zumal es Computer nicht erst seit vorgestern gibt. Interessant ist etwas anderes. Immer mehr “ältere” Menschen, die Eltern-Generation, kommen in das Social Web. Das bringt natürlich mehrere Fragen und später Vorteile für die Eltern mit.

  • Was ist dieses Facebook, StudiVZ, … von dem alle reden?
  • Wie nutzt mein Kind das Social Web?

Damit wird die Parallel-Welt wieder “normaler” und “kontrollierter”, da Kinder und Jugendliche sich hier doch dann mehrmals überlegen, ob sie jetzt beispielsweise auf ihre Pinnwand schreiben, wie betrunken sie am Wochenende waren. Das “Argument” zu sagen, dass sowas der spätere Arbeitgeber mal lesen könnte, interessiert dabei eh kaum jemanden. Schließlich ist das ja noch weit, weit weg. Aber wenn Eltern das Kind am Mittagstisch fragen, warum es denn so betrunken war und ob die Party denn gut war, dann sieht es schon wieder anders aus. Die Hemmungen, seinen jugendlichen Leichtsinn publik zu machen steigen wieder. Das elternlose und damit aufsichtslose und kontrollierte Terrain Social Web wird durch die Partizipation der Eltern wieder “enger”.

Auch in der Freizeit der späten “Baby Boomer” scheint die Thematik rund um Internet und Computer ein Thema zu sein. Für mich zeigt sich dadurch mal wieder, dass die digitale Welt nicht nur für die sogenannten ‘digitale Natives‘ reizvoll ist. Außerdem gibt es auch einen Rückschluss darauf, dass die Computer-Welt für alle Generation zumindest zu einem gewissen Grad zu verstehen und griffig ist. Dabei ist zu sagen, dass es für Eltern und ihre pädagogischen Aufgaben schließlich auch nicht notwendig ist zu einem Computer-Enthusiasten zu werden. Ein Grundwissen in Sachen Medienkompetenz ist allerdings unverzichtbar, denn mit der Erziehung der “Generation C” fand/ findet ein Paradigmenwechsel im Erziehungswesen statt.

Schließlich muss das Kind jetzt für zwei Welten erzogen werden: Für die digitale und für die physische.

 

 

 

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About Me

Matthias Jerry Kiefer Hi there, I’m a Social Designer, based in Barcelona, Spain!

I love what I do for living and so I love to talk and discuss about the social ethic world and web philosophy all day long as well! I love to walk my way of different thinking…and I’m happy to meet people on this way!

Oh and hey, check out my portfolio and leave me a message! I would be happy to hear your thoughts!